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Rheinischer Hefezopf

Neulich entspann sich zwischen davednb, einer Freundin und mir eine lebhafte Diskussion, was eigentlich der perfekte Belag für einen schwäbischen Hefezopf ist. Nach davednb ist das Nutella. Oder Butter, wenn der Hefezopf ganz frisch ist. Aber niemals Butter und Nutella zusammen.

Ich dagegen finde ja, wenn schon Fett, dann richtig, und esse Nutella daher grundsätzlich nur mit Butter drunter auf meinem Hefezopf. Oder dunkles Johannisbeergelee. Selbstverständlich auch das nur mit Butter.

„Auf keinen Fall!“ meinte dagegen besagte Freundin. Ihrer Meinung nach kann man Hefezopf nur mit Honig essen. Mit Honig? Hab ich noch nie probiert, aber ich bin auch nicht so der Honigfan.

Auf einen gemeinsamen Nenner kamen wir nicht, aber die Diskussion war mir Anlass genug, endlich mal wieder einen Hefezopf zu backen. Allerdings nicht nach dem schwäbischen Rezept meiner Schwiegermutter, denn wie das in der Generation so ist, gibt es kein vernünftiges Rezept dafür, man weiß doch auswendig, wie ein Hefezopf gemacht wird! Als sie auf mehrmaliges Bitten schließlich doch einmal versuchte, mir die Zubereitung aufzuschreiben, hatte ich nachher ein Rezept, bei dem auf der Zutatenliste zwar ein Ei stand, selbiges im Rezept aber nirgends zum Einsatz kam. Das Ei einfach beim Backen daneben zu legen, ergab für mich keinen Sinn, daher nahm ich kurzerhand das Rezept einer Bekannten für einen rheinischen Weckmann. Und siehe da, das funktionierte genauso gut. Nur darf man das den Schwaben nicht verraten :-)

Für einen leckeren Hefezopf siebt man 500 gr Mehl und vermischt dieses mit 2 Tütchen Trockenhefe, 100 gr Zucker und 1/2 TL Salz. Als nächstes kommen 1/4 l Milch, 75 gr Butter in kleinen Stücken und 1 Ei dazu (ah, das besagte Ei). Danach werden alle Zutaten ordentlich verrührt, entweder mit dem Mixer – und hier ist auch der Knethaken der richtige!

Oder aber mit der Hand. Ich knete den Teig lieber mit der Hand, was zwar erst einmal eine Sauerei ist, sich aber irgendwie besser anfühlt, als mit dem Mixer. So handwerklich :-)

Danach stellt man den Teig am besten irgendwo auf die Heizung oder an einen anderen warmen Ort, damit er schön gemütlich gehen kann. Klappt bei mir im Winter immer besser als im Sommer. Auf der Heizung kann man den Teig auch ruhig lange herumstehen lassen, das schadet ihm nichts. Er sollte einfach deutlich größer werden, als er das vorher war. Wenn das passiert ist, knetet man den Teig noch einmal vorsichtig durch. In dem Rezept für einen rheinischen Weckmann steht als nächster Schritt: Nun formt man aus dem Teigstück einen Weckmann. Und ich frage mich beim Lesen jedesmal, ob nur ich nicht weiß, wie man eigentlich einen Weckmann formt.

Aber da wir ja keinen Weckmann machen möchten, sondern einen Hefezopf, ist der nächste Schritt viel einfacher: Man teilt den Teig in drei gleich große Stücke und rollt diese zu drei gleich langen, dünnen Würsten Schlangen Rollen. Diese legt man anschließend in der Mitte alle übereinander und flechtet sie dann jeweils bis zum Ende zusammen. (Und ich komme mir gerade beim Erklären vor wie vermutlich meine Schwiegermutter beim Rezept schreiben: Man weiß doch, wie das geht!)

Wenn dann aus dem Teigstück ein schöner langer Hefezopf geworden ist (ja, ihr kriegt das schon  hin), bepinselt man diesen mit einer Mischung aus 1 Eigelb und etwas Milch und wer mag, verteilt noch lustig Mandelblättchen drüber. Ach ja, und dann sind da noch die Rosinen. Ich mag ja Hefezopf mit Rosinen, davednb aber nicht. Aber auch wenn es sicherlich einfacher ist, die Rosinen hinterher vor dem Essen aus dem Zopf heraus- statt hineinzupopeln, habe ich sie davednb zu Liebe weggelassen, hust*.

Bevor das Ganze in den auf 200° vorgeheizten Ofen kommt, darf der Hefezopf noch einmal ein bisschen ruhen und aufgehen und anschließend geht es für ca. 20 min in den warmen Ofen. Und was danach herauskommt, schmeckt großartig mit Nutella. Und Butter. Un Johannisbeergelee.

Oder auch ganz grandios mit diesem kleinen Präsent, dass davednb von seinem letzten Parisaufenthalt mitbrachte.

Bild

Fand übrigens auch meine Freundin!


* Er muss ja nicht unbedingt wissen, dass ich sie schlichtweg vergessen habe, da in einen rheinischen Weckmann offensichtlich keine Rosinen hineingehören und sie daher in meinem Rezept nicht erwähnt wurden.

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