Sonstiges Zeugs
Schreibe einen Kommentar

Mein Stress, dein Stress ….

Es kommt häufiger vor, dass mir andere Menschen erzählen, wie anstrengend es gerade für sie ist: Job, Alltag, Kinder, Partner/Partnerin … was auch immer. Da ich in der Regel lieber von den schönen Dingen erzähle, die ich erlebt habe, oder davon, was mich freut und mir Spaß macht, entsteht manchmal der Eindruck, bei mir sei alles easy, bei mir läuft alles von selbst. Gelegentlich höre ich auch: „Bei dir ist das anders, du hast ja keinen Stress.“ Ich frage mich dann jedes Mal, wie derjenige zu dieser Einschätzung kommt.

Als vor 2,5 Jahre erst meine Schwester starb und kurz danach meine Mutter, gab es eine Person in meinem Umfeld, die mir sagte, ihre Situation sei trotzdem noch schlimmer als meine. Darüber bin ich damals ziemlich erschrocken.

Welchen Sinn ergibt es, schlimme Dinge oder Erlebnisse gegeneinander „aufzurechnen“ und zu messen, wen es gerade härter getroffen hat? Warum ist es offenbar immer so wichtig, anderen zu sagen, wie viel Stress man hat? Mehr Stress zu haben als andere? Ist Stress haben ein Anzeichen für Relevanz und Wichtigkeit?

Ich glaube das nicht. Und ich will das auch nicht, denn ich halte diesen Gedanken für ziemlich bescheuert. Viel wichtiger ist es mir, meine eigenen Mechanismen zu haben, wie ich mit Stress gut umgehen kann. Denn Stress hat jeder mal. Auch ich.

Mir ist immer ziemlich wichtig, dass es mir gut geht. Weil es mir sonst schlecht geht, so einfach ist das. Und wer kann am besten dafür sorgen, dass es mir gut geht? Ich natürlich!

Und daher habe ich meine Mechanismen für die Momente, wenn es mal nicht so läuft und wenn ich merke, dass ich gestresst bin. Sie funktionieren noch nicht immer, aber schon ziemlich oft. Und sie sind noch nicht einmal besonders kompliziert.

Meine Antistressliste sieht folgendermaßen aus:

  • Musik hören. Gerade fröhliche Musik hebt bei mir schon fast automatisch die Stimmung. Bei Parov Stelar lässt sich nicht gut Trübsal blasen und selbst unangenehme Dinge wie Bad putzen gehen mir damit leichter von der Hand.
  • Priorisieren und fokussieren. Klingt banal und ist es eigentlich auch. Schon die Überlegung, ob diese oder jene Aktivität nun wirklich sooo elemantar wichtig ist, entspannt mich, wenn zuviel auf einmal erledigt werden soll. Stattdessen konzentriere ich mich besser auf die wirklich wichtigen Dinge.
  • Was ist jetzt? Die Frage hat mir mal ein Coach mitgegeben. Statt in Gedanken immer schon bei den vier nächsten Themen zu sein, versuche ich, bei meiner aktuellen Aufgabe zu bleiben. Das verhindert, dass ich mir zu viele Gedanken – und Sorgen – um künftige Aufgaben mache und mich bei der aktuellen behindern. Und die dann, wenn sie an der Reihe sind, gar nicht immer so schlimm sind, wie ich mir das vorher ausgemalt hatte.
  • Weniger Perfektionismus. Der Gedanke, Dinge perfekt tun zu müssen, hält mich oft genug davon ab, sie überhaupt zu tun, was ja ziemlich blöd ist. Meine Gäste kommen immer gerne, auch ohne dass hier alles perfekt ist :-)
  • Sport. Ich bin keine allzu große Sportskanone, stelle aber immer wieder fest, dass mir Bewegung in Form von Joggen, Wandern oder auch mal Tanzen sehr gut tut. Sport liefert Energie und macht einfach den Kopf frei für neue Ideen.
  • Gesellschaft. Gerade Menschen, die mich mit ihrer positiven Einstellung auf schöne Gedanken bringen und mir damit helfen, die negativen zumindest in diesem Moment aus meinem Kopf zu verbannen, empfinde ich als unheimlich wertvoll. So kommt man weniger ins Grübeln. Zum Glück kenne ich solche Menschen! Miesepeter dagegen versuche ich so gut es geht zu meiden.
  • Zeit nehmen für Schönes, Quatsch und Unsinniges. Manchmal braucht man einfach eine Auszeit, auch wenn die Zeit knapp ist. Man glaubt kaum, wie viel Spaß und gute Laune das machen kann. Was wiederum Energie liefert für wichtige Dinge und außerdem dafür sorgt, dass es mir gut geht. Und das genau ist ja letztlich immer mein Ziel.

Wie sieht denn eure Antistressliste aus – habt ihr auch eine?

 

====
Hier könnt ihr diesen Beitrag in anderen sozialen Netzwerke teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.