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3 Nur 2 x Kölle Alaaf (Ski fahren 2015)

Eigentlich war unser diesjähriger Skiurlaub für Ende Januar geplant, allerdings musste ich diesen Termin jobbedingt relativ kurzfristig verschieben. Die einzig mögliche Alternativwoche war leider die Karnevalswoche, da meine Mitfahrer nur noch hier Urlaub nehmen konnten. Hart für mich, allerdings war ich ja der Auslöser des Problems, daher fügte ich mich in mein Schicksal, nutzte aber immerhin den Donnerstag und Freitag noch zum ausgiebigen Feiern.

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Das Aufstehen am Samstag fiel danach naturgemäß nicht ganz so leicht, vom Fahrdienst hatte ich mich vorsorglich schon vorher abgemeldet. Stattdessen verbrachte ich den größten Teil der Fahrt hinten auf dem Rücksitz und trällerte frisch gelernte Karnevalssongs vor mich hin. So verging die Zeit bis Österreich für mich fast wie im Flug, die Geduld meiner Mitreisenden stellte ich aber anscheinend auf eine harte Probe:

Verkehrsbedingt kamen wir relativ spät in Ehrwald am Fuß der Zugspitze an, wo wir zwei richtig schöne Ferienwohnungen gemietet hatten. Lermoos, wo wir den letzten Urlaub verbracht hatten und auch dieses Jahr wieder fahren wollten, war zu dem späten Zeitpunkt unserer Umbuchung schon komplett ausgebucht. Als nächstes hieß es nun in Lermoos die in weiser Voraussicht schon vorreservierten Skiausrüstungen abzuholen und am nächsten Tag standen wir endlich alle auf der Piste: Eine sehr gute Skifahrerin, eine mittelmäßige (ich), ein Anfänger und ein absoluter Skineuling. Natürlich war klar, dass wir nicht zusammen fahren konnten, drei von uns hatten auch einen Skikurs gebucht, kamen aber alle in verschiedene Gruppen. Ich komme zwar die Berge runter, aber die Technik sitzt bei mir nach wie vor nicht, Stil fehlt total und ich fahre noch nicht sicher, daher hatte ich mich noch einmal für einen Kurs entschieden.

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Mein Skilehrer von der Skischule Lermoos dieses Jahr war wirklich super! Ich habe selten einen entspannteren Menschen kennengelernt und auch wenn ich ihm seine Handschuhe beim Anziehen jedesmal gerne abgenommen und selber fix über die Hände gestülpt hätte, weil ich schon beim Zusehen gähnen musste, war er für mich der perfekte Lehrer: Immer geduldig und freundlich, trotzdem streng, wenn man die Technik schlampig umsetzte und er beharrte stets darauf, dass wir die Technik übten, übten, übten … bis wir sie einigermaßen intus hatten. Und die Belohnung für das fleißige Training kam am letzten Vormittag, den wir – mittlerweile in einer kleineren Gruppe – komplett die Berge runterwedelten. Das war GROSSARTIG!

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Auch wenn ich am Ende des 1. Tages noch leicht nölig war, weil mir natürlich alles zu langsam ging, das Üben doof war („Das ist doch nur was für totale Noobs!“), ich im letzten Jahr schon viel weiter oben fahren durfte und überhaupt und blablabla … musste ich am 2. Tag einsehen, dass mir dieses Training wirklich half, meine Technik zu verbessern und dass es gar nicht unbedingt so hilfreich ist, möglichst schnell auf steilere Pisten zu kommen und immer nur zu fahren, wenn man die Technik noch nicht beherrscht. Weiter oben lässt sich diese nicht so einfach verfestigen, weil man im wesentlichen nur noch auf die steileren Hänge fokussiert ist.

Mein Skilehrer hieß natürlich Toni, ein ordentlicher Skilehrer muss wohl so heißen. Zu Beginn waren wir 11 Teilnehmer, die Woche war Hochsaison, aber zum Glück wurde der Kurs im Laufe der Woche immer kleiner. Gleich am 1. Tag musste einer den Kurs verlassen. Eigentlich gibt es zu Beginn für alle eine Einstufung, aber dieser Teilnehmer war wohl kurzentschlossen dazu gekommen, ohne an der Einstufung teilzunehmen, hatte sich ganz offensichtlich in seinem Können überschätzt und konnte aber überhaupt nicht mithalten, so dass ihn unser Skilehrer gleich am 1. steileren Hang wieder davon schickte. Ich hatte schon die Befürchtung, ich wäre in einem reinen Frauenkurs gelandet, bis dann noch drei Brasilianer dazukamen, die auch bis zum Ende des Kurses dabei blieben. Die holländischen Frauen hatten alle nur 2-3 Tage gebucht, zwischendurch kam noch ein weiterer Teilnehmer für einen Tag dazu, am letzten Tag waren wir dann nur noch zu Fünft: die drei Brasilianer, der Skilehrer und ich. Und am Ende des Kurses fuhren wir alle auf etwa ähnlichem Niveau, so dass der letzte Tag richtig großer Spaß war.

Sehr ärgerlich finde ich allerdings die Skifahrer, die keine Rücksicht auf andere nehmen, sich selber in ihrem Können überschätzen oder im schlimmsten Fall sogar beides tun. An meinem vorletzten Kurstag kam ein neuer Teilnehmer dazu, der offensichtlich komplett lernresistent war und der – statt dem Skilehrer zu folgen, wie es sinnvollerweise üblich ist – immer seine eigene Strecke fuhr und dabei überhaupt nicht auf die anderen Kursteilnehmer achtete. Gleich in der 1. Kurve, die er deutlich kleiner nahm als der Rest, stürzte er, rutschte ein längeres Stück unkontrolliert den Hang hinunter und hätte mich dabei beinahe von den Skiern gerissen, als er meine Bahn kreuzte. Ok, dachte ich mir, passiert halt mal. Passierte dann aber mehrfach am Tag und auch meine Bitte, das doch sein zu lassen, verhallte ungehört. Am letzten Berg am steilsten Stück kam er mir direkt nach der Kurve genau in meiner Spur entgegen und ich konnte nur mit Mühe ausweichen. Als er mich dabei auch noch breit grinsen anstrahlte vor lauter „Spaß“, ist mir der Kragen geplatzt und ich habe wohl zum 1. Mal in meinem Leben einen mir völlig fremden Menschen mitten auf der Piste angebrüllt. Genutzt hat es wohl leider nichts und später erzählte mir mein Skilehrer, dass dieser Skifahrer schon letztes Jahr bei ihm im Kurs war und ihn auf genau diese Art und Weise einmal von den Skier geholt hatte, da er ihm zwischen die Füsse gefahren war.

Warum sammelt so jemand nicht lieber Briefmarken, statt durch sein unreflektiertes Verhalten andere Leute auf der Piste zu gefährden?

Das war aber das einzige Ärgernis, ansonsten war der Urlaub perfekt, das Wetter einfach großartig und die Skiverhältnisse für unsere Zwecke richtig gut. Den letzten Tag verbrachten wir noch auf der Zugspitze und der Tag war noch einmal richtig gut, um das Gelernte zu üben und zu festigen.

Zwischendurch lief mir noch mein Neffe über den Weg die Piste, der lustigerweise im Nachbarort mit seinem Opa Urlaub machte und im gleichen Skigebiet unterwegs war. Die Welt ist klein. Österreich sowieso :-)

Einen Nachmittag vergnügte ich mich noch mit B. im Ehrwalder Skigebiet, was ziemlichen Spaß machte und mir auch etwas die Scheu nahm, ohne Skilehrer zu fahren. Das Skigebiet selber fand ich allerdings in Lermoos deutlich schöner, wenn auch am Nachmittag weniger sonnig. Dadurch war aber in Ehrwald auch der Schnee wesentlich matschiger, weshalb das Fahren an sich hier weniger Spaß machte.

Mittlerweile nimmt hier die Idee Gestalt an, im März noch ein Wochenende nach München zu fliegen, dort die Tante von @davednb zu besuchen und von dort aus einen Tagesausflug auf die Zugspitze zu machen. Toller Plan :-)

zugspitze1

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