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Heute mal schwäbisch – Linsen und Spätzle

Linsen und Spätzle habe ich schon häufiger gekocht, schließlich bin ich Schwabe, das muss ich können. Allerdings waren die Linsen bei mir immer eine Art Eigenkreation, die ich zum Teil so von meiner Mutter übernommen habe. Meine Mutter kam aus dem Rheinland, da mischten sich auch manchmal Zutaten zwischen die Linsen, die da eigentlich klassischerweise nicht hinein gehören. Geschmeckt hat es immer, gar keine Frage, und auch meine Linsen sind hier im Haus sehr beliebt. Als ich gestern über das Rezept in Deutschland vegetarisch stolperte, dachte ich mir trotzdem, ich könnte ruhig mal eine neue Variante ausprobieren. Und das war eine tolle Idee, das Rezept ist ähnlich einfach und genauso lecker, schmeckt aber einfach wieder ein bisschen anders als meine Version.

Aber zuerst einmal zu den Spätzle …

Ich mache Spätzle immer selber, da sie mit gekauften Spätzle, egal in welcher Form, einfach überhaupt nicht zu vergleichen sind. Der Teig ist ganz einfach zubereitet, für zwei Personen nimmt man 200 gr Mehl2 Eier und vermischt alles mit 1/2 TL Salz und ca. 1/16 l Wasser. Mit oder ohne Kohlensäure, darüber streiten sich die Experten. Ich selber nehme mal dies und mal das, was so gerade schneller zur Hand ist. Wichtig ist, dass daraus ein glatter, zäher Teig entsteht. Ich rühre den Teig immer von Hand lasse den Teig immer von Hand rühren. Da ist es gut, wenn man jemanden im Haus hat, der in der Küche auch gerne mal die niederen Arbeiten übernimmt :-) So kann ich mich schon mal auf die Zubereitung der Linsen konzentrieren. Der Teig kann dann noch eine Weile ruhen, das schadet ihm nichts. Ob es gut für ihn ist, kann ich mangels Vergleich nicht sagen, die Linsen brauchen in der Zubereitung bei mir immer einfach deutlich länger.

Ob man die Spätzle mit einer Presse zubereitet oder von Hand schabt, ist aus meiner Sicht reine Geschmacksache. Ich liebe gepresste Spätzle und habe natürlich auch eine Presse im Haus, greife allerdings in letzter Zeit immer häufiger zum Hobel, da ich meistens keine Lust habe, diese unhandliche Presse hinterher wieder sauber zu machen. Selbstverständlich habe ich auch einen Hobel und auch wenn ich ansonsten kein großer Tupper-Fan bin, kann ich den Spätzlehobel von Tupper wirklich sehr empfehlen. Einfacher geht die Zubereitung meiner Meinung nach kaum und die Spätzle schmecken natürlich auch geschabt richtig lecker.

Zu den Linsen ….

Im Rezept steht, dass man die 250 gr Tellerlinsen vorkochen soll. Würde ich beim nächsten Mal nicht mehr machen, mein restliches Gemüse war noch ein bisschen knackig, so dass ich nächstes Mal die Linsen wieder direkt mit kochen und das Ganze einfach länger köcheln lassen würde. Hierzu schneidet man 1 Bund Suppengrün und eine Zwiebel in kleine Würfel. Auch der Lauch soll nach Rezept gewürfelt werden, allerdings ist es mir ein Rätsel, wie das gehen soll, mein Lauch wird immer zu schmalen Streifen. Nun gut, da könnt ihr selber kreativ werden.

In einem Topf lässt man ca. 40 gr Butter schmelzen und gibt – außer dem Lauch – das kleingeschnittene Gemüse hinzu, um alles leicht anzurösten. Während die Gemüsewürfel vor sich hin braten, gibt man ca. 40 gr braunen Zucker und ca. 5 gr Mehl hinzu. Ich habe das allerdings nicht abgemessen, sondern von beidem nach Gefühl etwas über das Gemüse gekippt. Zum Schluss kommen 30 gr Tomatenmark hinzu, auch hier kommt es auf ein Gramm mehr oder weniger sicherlich nicht an. Wenn alles schön verrührt ist und ein Weilchen vor sich hinschmurgelte, bildet sich langsam am Topfboden eine braune Schicht und es fängt schon an, richtig lecker zu riechen.

Dann kommt der Rotwein dazu, von dem ich 150 ml (vulgo: einen ordentlichen Schuss) über das Gemüse kippe und alles aufkochen lasse, bis der Alkohol verkocht ist und alles richtig toll duftet. Im Anschluss kommen 500 ml Gemüsebrühe hinzu und auch dann lässt man alles wieder schön aufkochen.

Als nächstes gibt man die Linsen hinzu und je nachdem, ob sie vorgegart wurden oder nicht, lässt man das ganze länger oder kürzer weiter kochen, bis das ganze Gemüse einigermaßen weich ist. Hinzu kommt jetzt noch etwas abgeriebene Zitronenschaleeine gepresste Knoblauchzehe und verschiedene Kräuter, bspw. Majoran, Thymian, Bohnenkraut, um die Linsen zu würzen. Wer hat, nimmt gerne frische Kräuter, getrocknete gehen aber auch. Zum Schluss kommt noch 1 TL süßes Paprikapulver dazu und nun kann auch der gewürfelte oder in Streifen geschnittene Lauch in den Topf. Wenn auch dieser angenehm weich gekocht ist, kippt man noch 1 – 3 EL Essig hinterher. Passend sind Rotwein-, Apfel oder Weißweinessig. Ich hatte nur Weißweinessig im Haus, der eignet sich super und gibt dem Gericht die gewünschte Säure.

Während die Linsen köcheln, stelle ich schon einen großen Topf mit Salzwasser auf, um die Spätzle zuzubereiten. Sobald das Wasser kocht, gebe ich die 1. Portion Teig – gepresst oder geschabt – in das kochende Wasser, bis alles richtig aufkocht und ich die fertige Portion mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen kann. Das wiederhole ich mit dem restlichen Teig, bei der Menge an Nudelteig ist man nach 2 Portionen schon fertig.

Nun ist das Gericht zwar aus einem vegetarischen Kochbuch, aber wer es mag – und so wird es üblicherweise im Schwabenland auch zubereitet – kann natürlich ohne weiteres noch Saitenwürstle Wiener Würstchen dazu essen. Ich schneide diese meistens gleich in kleine Scheiben und werfe alles direkt in den Topf mit Linsen. Ihr könnt sie natürlich auch ganz lassen.

Das ist letztlich Wurst :-)

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