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In den Bergen über Sóller

Unsere 3. Station in Mallorca führte uns in den Westen der Insel, genauer gesagt weit oben auf einen Berg oberhalb von Biniaraix, einem kleinen Dorf bei Sóller. Schon die Tatsache, dass uns unser Gastgeber an einer Tankstelle in Sóller abholen wollte, hätte mich stutzig werden lassen müssen. Er wusste ja schon, dass wir den Weg hier hoch ohne ihn sicher nie gefunden hätten – wir dagegen noch nicht …

Hier oben ist nichts. Gar nichts. Außer vier Schafen und einem Esel, die man mal mehr und mal weniger hören kann, meistens in Form von bimmelnden Glöckchen, die die Schafe um den Hals tragen, oder auch in Form verschiedenster Varianten von lautem Bäääh bis hin zu verhaltenem Böhöhö (Schafe) oder bockigem Iiiaah (Esel). Und -angeblich – 25 Vogelsorten, was ich aber noch nicht verifizieren konnte. Nachts kann man Fledermäuse beobachten.

Eigentlich ist das ja nichts für mich. Zu einsam, zu wenig Menschen um mich herum, zu gruselig nachts, viel zu wenig Abwechslung. Aber momentan genieße ich es, finde es toll hier oben auf dem Berg nach gut 10 Tagen Urlaub mit weitgehend vollem Programm. Mal eine richtige Auszeit* und kaum ein Fleckchen wäre geeigneter als dieses kleine Ferienhaus oben auf dem Berg.

Das Haus ist zauberhaft! Voller Stolz zeigten uns die beiden Besitzer unsere Unterkunft für die nächsten 6 Tage. Das Haus verfügt eigentlich über alles, was man hier so braucht, was sicherlich auch daran liegt, dass die beiden selber regelmäßig hier Urlaub machen. Es gibt eine offene Küche mit kleinem Wohnzimmer dabei, zwei Schlafzimmer, ein Bad und eine kleine Speisekammer. Irgendwann soll das 2. Schlafzimmer auch noch ein eigenes Bad bekommen, so dass man perfekt mit vier Personen hier wohnen könnte. Alles ist in typisch spanischem Stil geschmackvoll eingerichtet. Ok, Häuser, wie man sie grundsätzlich sicher noch öfter auf der Insel findet. Mich haben aber zwei Dinge ganz wesentlich beeindruckt. Zum einen die liebevollen Details, mit denen uns die Zeit hier oben so angenehm wie möglich gestaltet wurde. Der Kühlschrank war bereits ein wenig gefüllt, so dass wir erstmal mit kühlem Wasser, Milch, Butter, selbst gemachter Aprikosenmarmelade, Wein etc. versorgt waren. Außerdem gab es selbst gemachtes Olivenöl, getrocknete Pepperoni und Knoblauch. Im Wohnzimmer stand ein riesiger Obstkorb voll mit Früchten aus dem eigenen Garten, in der Küche eine Schale voll mit frischen Kirschen. Die Speisekammer war mit den wesentlichen Gewürzen gefüllt und auch sonst findet man dort brauchbare Utensilien fürs Kochen. Und im Badezimmer lag selbst gemachte Olivenseife.

Zum anderen die Terrasse und der Garten drumherum. Der Garten … ich korrigiere mich: das Grundstück … ist riesig, hier wachsen Unmengen von Olivenbäumen (rund 1000 Stück gehören den Vermietern). Im eigentlichen Garten findet man außerdem noch alles mögliche Eßbare: Pflaumen, Zitronen, Orangen, Kirschen, Kürbisse, Oregano, Rosmarin, Minze …. was wir essen möchten, dürfen wir uns nehmen. Das hat schon was von Schlaraffenland :-)

Die Terrasse besteht aus einem überdachten und einem unüberdachten Teil. Im unüberdachten Teil kann man sich nach Herzenslust sonnen, keiner da, der einen dabei stören könnte (@davednb mal außen vorgelassen). Oder einfach in der Hängematte rumliegen. Mein besonderes Lieblingseck ist die überdachte Terrasse, bei der es sich schon fast um eine offene Wohnküche handelt. In der Mitte steht ein großer Esstisch, der auch für größere Einladungen geeignet wäre (und ich finde es gerade extrem schade, dass ich hier niemanden zum Einladen kenne). An der Wand entlang befindet sich eine beinahe vollständige Küche mit großem Waschbecken, gefüllten Geschirrschränken, Spülsachen und Mülleimer und statt Herd gibt es einen großen Grill mit gemauertem Abzug sowie einen Holzofen, in dem man sogar Pizza backen könnte. Hier lässt es sich wirklich herrlich grillen!

Und egal von wo: Die Aussicht ist großartig! Man schaut auf die umliegenden Berge über das gesamte Sóller-Tal bis hin zum Meer. So etwas Schönes habe ich noch selten gesehen. Erwähnte ich schon die nervenaufreibende Anfahrt? Die vergisst man bei diesem Anblick ganz fix wieder.

Man kann von hier oben aus natürlich auch jederzeit Ausflüge machen. Ans Meer zum Beispiel. Oder nach Sóller. Oder noch weiter ins Umland. Kann man.

Momentan muss ich aber noch nicht.

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* Ok, es gibt Internetempfang über unser mobiles Internet. Und das kommt hier auch sehr intensiv zum Einsatz, denn ganz ohne Kommunikation (@davednb mal außen vorgelassen) wäre es wohl doch zu intensiv für mich. Das üben wir ein anderes Mal …

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