Reisen
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Ein Nicht-Blogbeitrag

Ok, ich gebe es zu: Zu Beginn unseres Urlaubs war ich gar nicht so sicher, dass es mir hier auf Mallorca richtig gut gefallen würde. Gut 20 Spanienurlaube in meiner Kindheit mit der Familie und ein schlimmer Urlaub auf Gran Canaria mit @davednb hatten in den letzten Jahren ein gewisses Spanienbild bei mir geprägt: viel zu touristisch, viel zu viel Nepp, viel zu verbaut. Aber nun Mallorca, ich wollte einfach ausprobieren, wie es mir hier gefallen würde. Palma als 1. Anlaufstelle fand ich richtig gut, eine bunte, trubelige Stadt mit einer beeindruckenden Kathedrale, einem schönen Palast, einer herrlich verwinkelten Altstadt und leckeren Tapasbars. Aber das war Stadt, das ist immer ein wenig besonders. Was ich die ersten Tage so drumherum von Mallorca sah, löste dagegen nur mäßige Begeisterung bei mir aus.

Bis wir dann von Palma aus die Westküste entlang zu unserer nächsten Station – Pollença im Norden – weiterfuhren. Schon die kleinen Orte im Westen und die Aussicht auf das herrlich blaue Meer von der schmalen Passstrasse aus gefielen mir richtig gut und ich fing an, meine Sicht auf die Insel und ihre Schönheit etwas zu revidieren.

Als nächstes könnte ich nun von Pollença erzählen, dieser wunderschönen kleinen Stadt im Norden, von ihrer hübschen Altstadt, dem bunten Treiben abends auf dem Marktplatz, wo wenige Touristen und viele Spanier den Abend draußen bei Wein und Tapas verbringen oder mit einer Sangria, während die Kinder über den Platz toben – ganz so, wie man es sich in einer spanischen Kleinstadt eben vorstellt. Ich könnte über die lebhafte Atmosphäre dort an Markttagen schreiben. Oder von den 365 Stufen zur Kirche hinauf, die man unbedingt mal hochlaufen muss, weil man von dort eine wunderbare Aussicht auf gesamt Pollença und den gegenüberliegenden Berg hat. Den man unbedingt auch mal hinaufsteigen muss, auch wenn es sauanstrengend ist, aber die Bewegung braucht man nach den leckeren Ensaimadas, die man in der winzigen Bäckerei am Matktplatz bekommt. Und weil außerdem auch vom Puig Maria die Sicht ins Tal großartig ist. Ich könnte von Dagmars Finca erzählen, in der sie ein kleines Apartment vermietet. Das zwar klein und eher einfach ist, aber dennoch viel Charme hat. Und von Dagmar selbst, einer sehr herzlichen und hilfsbereiten Gastgeberin, die einem auch mal gerne frische Eier von ihren Hühnern schenkt. Und wo man daher zur Not auch den mitten in der Nacht krähenden Hahn in Kauf nimmt.

Könnte ich. Will ich aber nicht. Sonst fahrt ihr demnächst alle dorthin und dann ist es dort irgendwann wieder so, wie ich Spanien nicht mag: zu touristisch, zu viel Nepp, zu verbaut :-)

Seit gestern sind wir nun an der Westküste. Nicht IN Fornalutx. Sondern BEI. Es ist traumhaft schön hier. Ich sitze oben auf einem Berg, kann dabei über das gesamte Tal schauen, im Hintergrund sehe ich sogar ein wenig Meer. Je nach Wind werden die morgendlichen Geräusche der kleinen Stadt im Tal hier auf den Berg getragen, eine ganz eigentümliche Geräuschkulisse, denn eigentlich ist das alles ziemlich weit weg. Ansonsten hört man nur die Schafe, die vor sich hin blöken und mit ihren Glöckchen um den Hals bimmeln. Andere Menschen kommen hier nicht vorbei, was kein Wunder ist – die ca. 20-minütige Fahrt hier herauf ist abenteuerlich und insbesondere nachts schweißtreibend. Daher erzähle ich euch auch davon, denn hier könnte ich ein paar Touristen mehr durchaus akzeptieren :-)

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