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Blogparade – Was ist euer Lieblingsessen?

Bei Genussgier wurde die Tage eine neue Blogparade ins Leben gerufen, es geht um das Thema “Lieblingsgericht”. Ein wirkliches Lieblingsgericht habe ich heute gar nicht mehr, es gibt viel zu viele leckere Sachen und ich habe noch längst nicht alle entdeckt.

Früher war das anders.

Als Kind war ich sehr wählerisch beim Essen (oder wie der Schwabe sagt: schleckig), viele Sachen mochte ich nicht und wollte sie auch gar nicht erst probieren (Was der Bauer nicht kennt und so ….). Gesunde Ernährung war für mich überhaupt kein Thema. Ich aß wenig Fleisch, Käse gar nicht (ausser Scheibletten, aber das ist nicht wirklich Käse), nur Wurst, Nudeln mit Ketchup, Gemüse grundsätzlich gerne, aber weder Brokkoli noch Rosenkohl, das ist auch heute noch so. Hübsch, aber für meinen Gaumen kaum genießbar. Ich war nicht die einzige in meiner Familie mit einem – z.T. auch aus finanziellen Gründen – eher begrenzten Ess-Horizont. Wie es meine Mutter bei 4 Kindern und in der Regel 6 – 8 Personen beim Mittagessen überhaupt geschafft hat, dass in der Regel doch alle immer zufrieden waren, ist mir heute echt ein Rätsel. Sie hatte allerdings einen Trick, der zumindest bei mir perfekt funktionierte. Meine Eltern waren zwar beide keine Schwaben, aber wie es sich in der Gegend gehört, besaßen sie ein kleines Baumgrundstück mit Apfelbäumen, von denen meine Mutter immer Unmengen Apfelkompott zubereitete – ich kenne bis heute kein besseres. Und weil ich dieses Apfelkompott so gerne mochte, vieles andere aber nicht, habe ich früher über Gerichte, die mir nicht schmeckten, Apfelkompott gekippt – so ließ sich eigentlich alles essen. Sogar Pizza, die ich als Kind tatsächlich ganz furchtbar fand.

Mein Lieblingsgericht als Kind war auf jeden Fall Kartoffelpüree mit Spinat und Spiegeleiern. Das war nicht nur total lecker, sondern man konnte auch noch ganz großartige Sachen damit bauen. Und das Tollste war, wenn sich das Eigelb über den gesamten Teller verteilte – diesen Moment sparte ich mir immer bis ganz zum Schluss auf und genoss jeden Bissen davon. Ich mag dieses Gericht nach wie vor ganz gerne, allerdings kommt es hier praktisch nicht mehr auf den Tisch, denn Spinat ist eine der ganz wenigen Speisen, die davednb überhaupt nicht isst. Dazu muss ich bei diesem Gericht heute auch immer an das Kindermädchen denken, dass in meiner Kindheit eine Weile bei uns wohnte, als meine Mutter länger im Krankenhaus lag. Jeder von uns durfte sich bei ihr sein Lieblingsessen wünschen, was ja prinzipiell toll ist und mein Gericht 1. Wahl war selbstverständlich Kartoffelpüree mit Spinat und Spiegeleiern. Allerdings musste auch jeder unbedingt seinen Teller leer essen. Ich war damals noch sehr klein und hatte noch kein Gefühl für Mengen und Portionen. Mein Teller war regelmäßig viel zu voll und ich erinnere mich nur noch, dass ich damals immer seeehr lange am Tisch sitzen bleiben musste. Und dass danach mein Lieblingsgericht plötzlich nicht mehr ganz so toll war wie vorher.

Meine Essgewohnheiten haben sich im Laufe der letzten Jahre doch ziemlich verändert. Großen Einfluss hatte definitiv mein 1. Urlaub im Piemont, da war Essen eine ganz neue Erfahrung für mich. Man bestellt ein Menü, weiß aber gar nicht, was es überhaupt zu essen gibt. Und probiert einfach. Alles. Und findet es toll. Eigentlich alles. Weil alles in sehr guter Qualität zubereitet wird. Erst da ist mir wirklich bewusst geworden, wie sehr ich gutes Essen schätze. Das muss dabei überhaupt nicht ausgefallen oder besonders sein – die größte Freude macht mir heute immer noch ein großer Teller frischer Pasta mit einer leckeren Soße dazu.

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