Kölsches
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Andere laufen für ein markanteres Aussehen gegen einen Schrank

Weiberfasnacht in Köln und eine Karnevalsshow von Helge Schneider 

Karneval in Köln. Für mich als Imi immer noch einerseits merkwürdig aufgrund seiner Bräuche, seinem Traditionsbewusstsein, der Musik und seiner Auswirkungen in der gesamten Stadt, andererseits faszinierend durch die Ausgelassenheit, Begeisterung und Freude, die er bei allen Karnevalfans hervorruft. Und mittlerweile lasse ich mich immer mehr von dieser Begeisterung anstecken und mitziehen.

Dieses Jahr habe ich mein Kostüm zum 1. Mal zumindest teilweise selber genäht. Ganz zufrieden war ich mit dem Ergebnis zwar nicht, das Kostüm zeigte bereits am Nachmittag von Weiberfasnacht erste Auflösungserscheinungen, die Zöpfe waren schief, die Strümpfe hätten bunter sein müssen und im Vergleich zu den beiden letzten Jahren war es eine eher unscheinbare Verkleidung, aber Herr Nilsson passte toll dazu, das Kleid bot deutlich mehr Bewegungsfreiheit als das im letzten Jahr, ich werde noch viele Gelegenheiten für weitere Nähversuche haben und meiner rheinischen Mutter hätte ein selbst genähtes Kostüm ganz sicher sehr gefallen.

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Am Samstag stand die Karnevalsshow von Helge Schneider auf dem Programm – ok, keine Karnevalssitzung, wie mir umgehend erklärt wurde.

Aber egal, sie heißt Karnevalsshow und Helge ist ja irgendwie immer verkleidet. Leider ließ ich mich von meinen Begleitern tatsächlich davon abbringen, kostümiert zu dieser Show zu gehen (“Verkleidet in die Philharmonie? Bestimmt nicht!”), was natürlich blöd war, denn gut 50% der anderen Gäste kamen im Kostüm. Also auch hier noch Lernpotenzial für nächstes Jahr.

Mit Karneval hatte die Show ansonsten vielleicht wirklich nicht viel zu tun, aber sie war cool, Nonsens pur, dazu ein dankbares, ohnehin schon aufgekratztes Publikum, das bei der kleinsten Kleinigkeit zu kichern begann. Die Stimmung war gut, es war faszinierend, wie das Prinzip Helge Schneider funktioniert und dass so viele Leute bereitwillig Geld dafür bezahlen (ok, die auf den Plätzen für Arme hinter der Bühne – wie wir bspw. – etwas weniger als die anderen, wie Herr Schneider anmerkte). Helge begeisterte mich, wie er die Show mit insgesamt 9 (oder waren es sogar mehr) verschiedenen Instrumenten virtuos begleitete, bspw. bei einem Stück auf dem Klavier, in dem jemand eine Dohle nachahmt, die eine Meise nachmacht. Ich möchte auch gerne mal einen gesamten Arbeitstag lang nur solchen Unsinn machen, wäre doch bestimmt gut fürs Betriebsklima im Büro.

Bei den Instrumenten kam ich auf Klavier, Gitarre, Saxophon (ICH! LIE!BE! SA!XO!PHON!), Trompete, Trommel, Xylophon (war es ein Xylophon?), Panflöte (ok, Panflöte …), Rassel (zählt mit, ist auch ein Instrument) und zu guter Letzt noch “Mer losse de Dom in Kölle” auf der großen Philharmonie-Orgel. Sehr schräg. Mir hat es gefallen.

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Heute ist Sonntag. Ob ich heute noch einmal unterwegs bin, weiß ich noch nicht. Ganz sicher aber nächstes Jahr wieder. Und dann vielleicht noch ein bisschen länger. Mal zu einem Zoch, wie davednb mir versprochen hat. Oder zu einer Sitzung, Möglichkeiten gibt es ja genug. Und jetzt hör ich noch ein wenig Cat Ballou.

Alaaf!

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