Kölsches
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Rudimental in concert oder Warum ich das Luxor nicht mag

Letzten Donnerstag gab es ein Konzert von Rudimental im Luxor. Ich mag das Luxor nicht besonders. Eigentlich müsste mir der Club gefallen, denn er ist ja eher ein wenig siffig und ich habe irgendwann mal festgestellt, dass ein gewisses Maß an Siffigkeit gut für mich ist. Der Name princess_cgn kommt schließlich nicht von ungefähr, sondern weil mir ein Kollege vor einigen Jahren erzählte, ein anderer Kollege hätte mich gesucht mit den Worten:

„Hömma, wo ist denn die Prinzessin?“

Das hatte mir doch zu denken gegeben …

Ich mag das Luxor nicht, weil mir die Bühne im Verhältnis zum Saal viel zu eng und zu klein ist. Beim Anblick der Bühne habe ich immer das Gefühl, ich starre aus einem Tunnel heraus in einen Schuhkarton. In einen Schuhkarton, auf den mir die Sicht durch die anderen Gäste vollkommen versperrt ist. Als eher kleiner Mensch habe ich generell das Problem, dass ich meistens keinen vollen Blick auf die Bühne habe. Das ist ok. Wenn ich aber bei einem Konzert von James Blake (ja, Jaaaaaaames Blakechrchrchr …) nicht erkennen kann, ob da auf der Bühne wirklich ein Mensch Musik macht oder ob da nur ein iPod läuft, geht mir einfach zu viel von dem verloren, was ein Livekonzert für mich ausmacht. Bei James Blake kam allerdings noch hinzu, dass mir das Konzert insgesamt nicht besonders gefallen hat. Ein Livekonzert lebt für mich davon, dass auf der Bühne etwas passiert, davon dass der Musiker mit dem Publikum in Verbindung tritt, mit diesem agiert und Bewegung entsteht. Die einzige Bewegung bei James Blake bestand jedoch darin, dass im Laufe des Abends eine Frau nach der anderen den Saal verließ, während die Kerle ekstatisch rhythmisch mit dem Kopf im Takt wippten.

Aber ich schweife ab.

Bei Rudimental war durchaus Action auf der Bühne. Es gab auch einige Instrumente, von denen ich nur kaum eins sehen konnte. So musste ich erstmal genauer bei Herrn B. nachfragen:

„Was haben die denn für Instrumente dabei – ich höre eine Trompete …?“

Die Stimmung in dem kleinen Saal war schon bald nach Konzertbeginn richtig gut und voller Energie. Irgendwann konnte ich dadurch zwischen lauter ausgestreckten Armen, wippenden Händen und zu Herzchen geformten Fingern überhaupt nicht mehr erkennen, was da in dem Schuhkarton gerade passierte. Ab und zu blitzte der mittlerweile nackte Oberkörper des muskelbepackten Rappers durch, was ich ja schon gerne gesehen hätte, mehr aber auch nicht. Das nimmt zumindest mir einiges am Flair eines solchen Konzerts. Die Musik an sich war gut und an der Band lag es ganz bestimmt nicht, die hat sich ordentlich verausgabt. Der besser sehen könnende Teil des Publikums wird das sicherlich bestätigen.

Immerhin hatte ich so Gelegenheit, mir den Abend über Gedanken zu machen, was ich diese Woche bloggen kann. Nachdem ich anfangs bei den Ironbloggern jede Woche dachte, ich MUSS noch bloggen, denke ich mittlerweile immer häufiger darüber nach, ob und wie ich etwas Erlebtes bloggen kann. Finde ich super :-)

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