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Le char à bancs (Reisetagebuchbloggen Teil II)

Char à bancs bedeutet auf deutsch Kremser oder Kutsche und über diese Ferme Auberge der Familie Lamour  die Herr B. und ich zufällig mitten im bretonischen Niemandsland entdeckt haben, gibt es heute einen ganz eigenen Blogeintrag, denn dieser Ort ist einfach be – zau – bernd! Ich war völlig begeistert und hätte dort noch stundenlang stöbern, sitzen, spazieren, schauen … können. Das ganze Anwesen ist Bilderbuchidylle pur.

Aber was ist das eigentlich, eine Ferme Auberge? Wenn ich es richtig verstanden habe eine Mischung aus ländlichem Gasthof, der im wesentlichen das zum Essen anbietet, was er selber produziert (also eine Art schwäbischer Besen, aber in dreimal hübscher), Ferienwohnungen, eigener Tierhaltung

(in diesem Fall Ponys, Schweine, Enten und Gänse), einem riesigen Garten inkl. Gemüsebeeten und Gewächshaus und (möglicherweise nicht typisch, aber im Char à bancs vorhanden) einem Trödelladen mit alten und neuen Sachen von gebrauchten Büchern, Gartenkram, jeder Menge Nippes, alten Emaillekannen, Badutensilien, Geschirr, verschiedensten Marmeladensorten, Tischdecken, Vogeltränken, Obst- und Gemüsepflanzen …

Im Char à Bancs ist das Restaurant total verwinkelt, man kann draußen und drinnen sitzen, eine Reservierung ist zu empfehlen, da das Gasthaus gerade am Wochenende sehr gut besucht ist. Typisches Essen ist bei Familie Lamour, der die Ferme Auberge gehört, die sogenannte Potée, eine Art bretonische Schlachtplatte bestehend aus Wurst (ich möchte nicht weiter darüber nachdenken, ob es sich dabei um Andouilette handelte, denn die Wurst war lecker!), ausserdem einer Art Siedfleisch und Kassler. Ich bezeichne das jetzt wahrscheinlich völlig falsch, aber egal, es waren auf jeden Fall verschiedene Fleischsorten, aber alle vom Schwein, da die Familie ja eigene Schweine hält und sich daher auf diese Potée spezialisiert hat. Das kann bei anderen Gasthöfen dieser Art wieder ganz anders sein.

Dazu gibt es Gemüse: Kohl, Kartoffeln und butterzarte Karotten – alles schmort gut vier Stunden lang (auch deswegen ist eine Reservierung notwendig) zusammen in einem riesigen schwarzen Kessel über einem Feuer im Kamin, ein beeindruckender Blickfang, wenn man das Restaurant betritt (leider habe ich vergessen, rechtzeitig ein Foto zu machen).

Wer es nicht so deftig-fleischlastig mag, der kann zwischen verschiedensten Varianten von Crèpes und Galettes wählen. Allerdings freuen sich alle Familienangehörigen von den drei Schwestern bis zur Bedienung, wenn man sich für eine Potée entscheidet. Zum Trinken gibt es natürlich Cidre, Kir Breton, Apfelsaft …. alles selbst produziert. Aber es gibt auch Alternativen wie bretonische Cola, Bier und selbstverständlich leckeren Nachtisch :-)

Ach ja, nebenbei können Kinder auch noch auf den hauseigenen Ponys reiten und man kann auf dem durch das Anwesen verlaufenden Fluss Tretboot fahren. Das Char à Bancs –  eine ehemalige Mühle – hat ausserdem noch ein hauseigenes Wasserkraftwerk.

Die Ferienwohnungen haben wir nicht gesehen. Aber auch wir wohnen momentan bei einem Ehepaar, das zur Lamour-Familie gehört, in einem wunderschönen kleinen Ferienhaus in der Nähe. Auch diese Unterkunft ist ausgesprochen liebevoll eingerichtet und absolut zum Wohlfühlen. Einen Besuch sowohl der Ferme Auberge als auch einer der Ferienwohnungen kann ich daher jedem nur wärmstens empfehlen. Die zugehörigen URLs findet man hier.

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